Das fränkische Rekultivierungsprojekt alter Quittensorten unternimmt durch Pacht- und Patenschaften eine überregionale Standortsicherung von Quittenbäumen, welche mindestens seit 50 Jahren zwischen landwirtschaftlicher Geografie und Hausgärten stehen, bzw. in Ausnahmen auch jünger sein können, sofern sie Sortenspezifisch akut gefährdet sind.
Ein wesentlicher Unterschied, zur praktischen Erhaltungsarbeit anderer Streuobstinitiativen, obliegt einem "dezentralen" Bestandschutz der von uns gehegten Kleinode, da Kulturquitten traditionell als Solitärbäume in Privatgärten oder als kleinere Gehölzgruppen in der Flur angepflanzt wurden, wobei in den mainfränkischen Weinbaugebieten noch Quittenhecken, eine relikte Verbreitungsform darstellen, die früher zur Einfriedung, der mit Reben bestockten Grundstücke dienten.
Die Pflege und wieder Nutzung von alten Quittenhölzern im Jahreszyklus (Erhaltungs- & Pflegeschnitt, biologischer Pflanzenschutz, Mäharbeiten, Handernte) gestaltet sich wegen der räumlichen Distanz zwischen den jeweiligen Standorten als sehr zeitintensives Unterfangen mit hohem Fahrtstreckenaufwand, dessen idealistische Realisierung vom Rekultivierungsprojekt angegliederten MUSTEA quittenweinbau, getragen wird.
Neben dem Hintergrund der Sortenbewahrung und genetisch interessantem Reiserzugriff für Veredlungen in unserer Cydonia Baumschule / Untereisenheim, gründet sich ein weiterer Aspekt des dezentralen Erhalts alter Quittenbäume, (wie zwischen der Kitzinger und Rhöner Flur, dem Spessart und Steigerwald...) aus der Philosophie heraus, die seit Jahrhunderten in Franken heimische Quitte, dort platziert zu lassen, wo sie den Menschen an Ort und Stelle zum riechen nah bleibt, ob auf dem Land oder in den Hausgärten von Stadtbewohnern. Denn mit dem schleichenden Verschwinden jener vielseitigen verwertbaren und betörend duftenden Obstart aus der unmittelbaren Umgebung und dem Bewusstsein geht nicht nur ein Prozess des Vergessens einher, sondern auch eine langfristige Entfremdung, sodass künftige Generationen immer mehr die Möglichkeit verwehrt bleiben wird, sich überhaupt noch an das aromatische Kulturgut Quitte erinnern zu können.
Der Kreis unserer Rekultivierungsmaßnahmen von Sortenerhalt über wertvermittelnder Wiedernutzung alter Quittenbäume schließt sich jedoch erst, durch jährliche Neupflanzungen mit wirksamer Nachhaltigkeit, welche sich einerseits über den Bezug seltener Varietäten aus unserer Quittenbaumschule etabliert, sowie in den neu angelegten Quittenbaumfeldern fußt, die im Konsens ökologischer Obstbaurichtlinien von unserem Projekt kultiviert werden und Sortenkundliche Langzeitstudien aus der Praxis des Cydoniaanbaus ermöglichen.
Ergänzende Aktivitäten unserer Erhaltungsinitiative sind: